Als Direktversicherung bezeichnet man jede Versicherung, bei der der Arbeitgeber Beitragszahler und Versicherungsnehmer und der Arbeitnehmer versicherte Person ist, soweit das Bezugsrecht im Todes- und Erlebensfall auf den Arbeitnehmer und seine Hinterbliebenen lautet § 1 Abs. 2 BetrAVG).

Die Direktversicherung als Durchführungsform der betrieblichen Altersversorgung ist für alle Arbeitnehmer in weitem Sinn des Wortes anwendbar. § 17 BetrAVG schließt ausdrücklich auch Personen, die nicht Arbeitnehmer sind, aber für ein Unternehmen tätig sind, in die arbeitsrechtlichen Schutzbestimmungen des Gesetzes ein.

Direktversicherungen können von jedem Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer abgeschlossen werden. Dies gilt auch für Arbeitnehmer von Personengesellschaften, Selbständigen und freiberuflich Tätigen.

Nur für Unternehmenseigentümer (Inhaber, Unternehmer, Mitinhaber) selbst - dies betrifft nur die Personengesellschaft - können Direktversicherungen nicht abgeschlossen werden. Für eigentümernahe Arbeitnehmer, insbesondere Gesellschafter-Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften, Arbeitnehmer-Ehegatten von Personengesellschaftern, sind insbesondere bezüglich der gesetzlichen Insolvenzsicherung und der steuerlichen Anerkennung Einschränkungen zu beachten.

Vorteile für den Arbeitgeber

Im Folgenden sind die Vorteile der normalen Direktversicherung (Direktversicherung - Standardform) zusammengestellt. Die „neue“ Direktversicherung mindert den Nettoaufwand durch die Steuerfreiheit der Beiträge im zulässigen Rahmen des § 3 Nr. 63 EStG.

Anstatt einer Gehaltserhöhung denken bereits heute viele Arbeitgeber über eine arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung als attraktive Alternative für alle Beteiligten nach. Die Vorteile liegen auf der Hand.

- kein Verwaltungsaufwand;

- auf Wunsch überschaubare Finanzierung durch gleich bleibende Beiträge,
die bei einer Altzusage vor 2005 zusammen mit der Pauschalbesteuerung abzugsfähig sind;

- keine Aktivierungspflicht aus der Versicherung
( Direktversicherung - Besteuerung beim Arbeitgeber);

- volle Auslagerung aller betriebsfremden Versicherungsrisiken
(Tod, Invalidität, lebenslanger Rentenbezug, Kapitalanlage);

- keine Zusatzkosten, insbesondere keine Sozialabgaben auf Beiträge bis zu 4 % der BBG
keine Kosten für die Insolvenzsicherung;

- keine Folgelasten, insbesondere keine Belastungen für unverfallbare Anwartschaften,
keine Pflicht zur Anpassungsprüfung für laufende Leistungen;

- geringer Liquiditätsentzug aufgrund der Möglichkeit der Abtretung oder Beleihung
(allerdings kann dann Insolvenzsicherung erforderlich werden).

Vorteile für den Arbeitnehmer

Im Folgenden sind die Vorteile der Direktversicherung in ihrer Standardform zusammengestellt; Beiträge und bei Zusagen vor 2005 auch die pauschale Lohnsteuer werden vom Arbeitgeber getragen. Die „neue“ Direktversicherung mindert den Nettoaufwand durch die Steuerfreiheit der Beiträge im zulässigen Rahmen des § 3 Nr. 63 EStG.

- Versicherungsschutz von Beginn an;

- Überschussbeteiligung erhält Kaufkraft der Versorgungszusage;

- Sicherheit der Versorgungsleistungen durch Lebensversicherungslösung;

- Sicherheit der unverfallbaren Ansprüche durch Mitgabe der Lebensversicherung

- Pauschalbesteuerung der Beiträge bzw. Steuerfreistellung der Beiträge gem. § 3 Nr. 63 EStG

- steuerfreier Zufluss aller Kapitalleistungen aus der Versicherung (gilt nur für pauschal besteuerte Direktversicherungen)

- günstige Ertragsanteilbesteuerung aller Rentenleistungen aus der Versicherung (gilt nur für pauschal besteuerte Direktversicherungen)

- Flexibilität bei Arbeitsplatzwechsel

- Möglichkeit der Gehaltsumwandlung über Direktversicherung.

Gehaltsumwandlung über Direktversicherung

Eine Direktversicherung kann zur Gehaltsumwandlung eingesetzt werden.

Die Gehaltsumwandlung sollte folgendermaßen gestaltet werden:

Das Bezugsrecht wird ab Beginn unwiderruflich festgelegt. Damit sind dem Versorgungsberechtigten die Werte der Versicherung in jedem Fall - auch bei Insolvenz des Arbeitgebers - gesichert.

Von einer Abtretung oder Beleihung durch den Arbeitgeber wird üblicherweise abgesehen.

Unter diesen Voraussetzungen sind die umgewandelten Beiträge ab Beginn entsprechend der Wertentwicklung der Versicherung gesichert; eine Insolvenzsicherung erübrigt sich.

Die Umwandlung des Barlohns muss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer schriftlich vereinbart werden.

Aufgrund dieser Umwandlungsvereinbarung mindert sich das zu versteuernde Einkommen des Arbeitnehmers um die Beiträge zur Direktversicherung.

Der Arbeitgeber kann die Beiträge zur Direktversicherung stets als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen.

Bei Zusagen vor dem 01.01.2005 und einer Förderung im Rahmen der Pauschalsteuer kann diese nicht vom zu versteuernden Einkommen des Arbeitnehmers abgezogen werden, selbst wenn der Arbeitnehmer sie durch zusätzlichen Barlohnverzicht wirtschaftlich selbst trägt (bis 1998 minderte sie sein zu versteuerndes Einkommen).

Sozialversicherungsrechtlich sind bis einschließlich 2008 Entgeltumwandlungen über Unterstützungskassen, Pensionszusagen und Pensionsfonds bis zu 4 % der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung sozialabgabenfrei. Bei der Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung bleiben die bisherigen Regelungen (Sonderzahlungen) bis einschließlich 2008 unverändert bestehen. Für Zusagen ab dem 01.01.2005 gelten ebenfalls bis zu 4% der BBG im Rahmen des § 3 Nr. 63 EStG als sozialabgabenfrei.

 

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